Wenn Kälte in die Glieder fährt

Bei uns in Schleswig-Holstein ist es gerade sehr kalt geworden. Naja - für unsere norddeutschen Verhältnisse wenigstens. Dennoch haben viele Arthrosehunde jetzt besonders deutliche Probleme mit den Gelenken. Das liegt einfach daran:

„Arthrose mag keine Kälte!“

Wer in der Familie einen Opa oder eine Oma mit Arthrose hat, der kennt die alte Weisheit, das Kälte in die Gelenke fährt.

Deshalb haben sich Oma und Opa gerade in den ungemütlichen Monaten des Spätherbstes und des Winters besonders vor Kälte geschützt.

Dieser Schutz sah ganz anders aus, als man es heute zum Bespiel bei unseren vierbeinigen Arthrosepatienten erleben kann. Statt moderne Schmerzmittel, die meist sowieso nicht wirklich halfen, wählten Oma und Opa Mittel aus der Natur, um sich Linderung zu verschaffen.

Sie trafen vor allem vorbeugende Massnahmen, damit es gar nicht erst so richtig schlimm wurde.

Jael beginnt erst mit der Therapie nach unsere Arthrose-Leitfaden

Deshalb verschlechtert sich bei Kälte das Befinden ihres Arthrose Hundes

In der westlichen Medizin nimmt man an, dass die eindringende Kälte die sowieso schon gestörte Durchblutung der Gelenke vermindert und dazu führt, dass sich zusätzlich gelenkbewegende Muskeln verspannen.

Das führt zu Steifheit und einem dumpfen Schmerz - ähnlich eines starken Muskelkaters.

Dieses Gefühl hatte bestimmt jeder schon einmal, der seine Hand länger in eiskaltes Wasser halten musste. Das Gefühl, welches dadurch entsteht, ist in etwa vergleichbar mit dem Gefühl ihres Hundes in seinen arthrotischen Gelenken. Sollten sie es noch nicht getan haben, probieren sie es ruhig einmal - dann wissen sie ungefähr, wie ihr Hund sich fühlt.

Da die üblichen Schmerzmittel auf ganz andere „Schmerzauslöser“ ausgelegt sind, helfen sie in dieser Situation erfahrungsgemäß auch nicht wirklich.

Eine etwas anschaulichere Erklärung für das Winterphänomen bei Arthrose haben die Chinesen.

In ihrer sehr naturnahen und einfachen Denkweise ist alles Energie, die einen freien Fluss braucht, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Wir haben hier zwei grundsätzliche Energien - nämlich Yin- und Yang-Energien, die ihren Ausdruck unter anderem in Form von Qi und Xue finden. Qi hat fünf Aufgaben im Körper: bewegen, wärmen, schützen, umwandeln und steuern. Xue hat nur drei Aufgaben: ernähren, befeuchten und kühlen.

Bei einem Arthrosehund ist der freie Fluss der Energien jedoch gestört. Das zeigt sich in seinen Bewegungsproblemen und den Veränderungen in seinen Gelenken.

Stellen sie sich einmal einen Fluss vor, der seinen gesamten Lauf entlang alles grün und fruchtbar hält. Plötzlich wird er jedoch aufgestaut und es entsteht hinter der Stauung ein Mangel an Wasser, der dazu führt, das kaum noch etwas wächst. Vor der Stauung haben wir zu viel Wasser und es kommt zu Überschwemmungen. Auch die Schifffahrt ist betroffen. Vor dem Aufstauen des Flusses konnten die Schiffe den gesamten Fluss befahren. Nach der Stauung ist die Versorgung hinter dem Staudamm schwieriger und schleppender geworden. Das natürliche Gleichgewicht ist gestört und es kommt zu „Krankheitssymptomen“ auf beiden Seiten der Stauung.

In der westlichen Medizin nennen wir diese Stauungsphänome Arthrose. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gibt es die Krankheit Arthrose jedoch nicht. Dort ist es eben einfach eine Stauung von Qi und - je nach Schwere der Beschwerden - auch von Xue.

Außerdem gibt es in der TCM fünf Funktionskreise, die im Körper unterschiedliche Aufgaben erfüllen und verschiedene Körperbereiche versorgen.

Einer der drei für den Bewegungsapparat wichtigen Funktionskreise ist der sogenannte Wasserfunktionskreis. Er ist unter anderem verantwortlich für den Zustand und die Funktion der Gelenke im gesamten Körper.

Nun haben die Chinesen durch 4000 Jahre lange Beobachtungen von Zusammenhängen in der Natur, im Körper und zwischen Umwelt und Krankheiten festgestellt, dass die Arbeit jedes Funktionskreises durch bestimmte Umstände wie Wetter, Nahrungsmittel, Emotionen und Jahreszeiten beeinflusst wird. Je stärker die Umstände sind oder je schwächer der Funktionkreis ist, desto größer ist der Einfluss auf die Arbeit des Funktionskreises.

Dem Wasserfunktionskreis ist die Jahreszeit Winter und die Temperatur Kalt zugeordnet. Kälte hat in der TCM eine erstarrende Natur, die Dinge zum Stillstand bringt. Das sehen wir im Winter ganz deutlich, wenn die Welt um uns herum gefriert.

Ist der Fluss des Qi im Wasserfunktionskreis schon gestört, kann dort Kälte besonders leicht eindringen und mit seiner erstarrenden Wirkung den Fluss von Qi und Blut weiter stören.

Die Symptome, die sich beim Hund dann deutlich zeigen sind Steifheit und Schmerzen.

Dies zwar eine stark vereinfachte Erklärung für die Theorie der TCM, doch für die meisten Hundebesitzer sehr gut nachzuvollziehen.

Deshalb helfen übliche Schmerzmittel meist nicht

Schmerzmedikamente, die im Veterinärbereich üblicherweise gegeben werden, sind klassische Entzündungshemmer. Sie lindern Schmerzen, die durch Entzündungsprozesse im Körper entstehen. Das ist bei Verschlimmerung der Arthrosebeschwerden durch Kälte aber nicht der Fall.

Übrigens ist das auch einer der Gründe, warum diese Mittel generell bei Arthrosebeschwerden nicht gut greifen. Diese haben in 95% der Fälle andere Gründe.

Schmerzmedikamente wirken nach TCM sogar kühlend auf den Körper, da sie ja für Störungen mit einer Hitze entwickelt wurden. Sie kennen sicher die typischen Merkmale einer Entzündung: Rötung, Hitze, Schwellung, spitzer und starker Schmerz.

Kühlung kann ein Körper, der Probleme mit der Abwehr und den Auswirkungen von Kälte hat, ganz bestimmt nicht gebrauchen.

Zum Glück ohne Wind. Dieser ist in der TCM das Vehicel der anderen bösartigen Faktoren.

3 Dinge mit denen sie ihren Arthrose Hund im Winter unterstützen können

Es muss nicht immer kompliziert sein: Das einfach Mittel Wärme hilft ihrem Hund gegen Steifheit und Arthrose“Schmerz“

Vielleicht ist auch ihnen schon einmal aufgefallen, dass ihr Hund von selbst gerne warme Plätze aufsucht. Er gibt ihnen damit einen wichtigen Hinweis: Wärme ist wichtig für ihn.

1. Vorbeugen mit Wärme

Eine vorbeugende Maßnahme gegen Wärmeverlust und einen „Angriff“ durch äußere Kälte, gerade bei Hunden mit Beschwerden im Rücken oder alten Tieren, ist das Anziehen eines Mantels.

Dabei muss dieser NICHT dick gefüttert sein. Es reicht meist ein leicht gefütterter, um Wind und Nässe abzuhalten. Diese durchdringen nämlich auch das dickste Fell und sorgen für Auskühlung.

2. Zusätzliche Wärme

Sie können ihrem Hund auch recht einfach helfen, indem sie ihm zusätzlich Wärme bieten.

Die einfachste Methode ist das Zudecken nach einem Spaziergang. So wärmt der Körper schneller wieder durch, wodurch sie einer verstärkten Steifheit und Schmerzen vorgebeugen können. Noch stärker ist der Effekt, wenn sie ihrem Hund eine zusätzliche Wärmequelle unter die Decke legen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Hunde mit Arthrose dabei meist leicht feuchte Wärme einer trockenen vorziehen.

Das heißt: Statt Rotlicht oder einer elektrischen Wärmedecke, werden leichte Wärmekissen (mit Hirse oder Dinkelspelzen gefühlt) bevorzugt.

Auch das Abrollen mit einer warmen Rolle (Physiotherapie) finden Hunde sehr angenehm.

3. Von innen Wärmen

Doch äußerliche Wärme verdrängt nur die Wirkung äußerer Kälte. Viele Arthrosehunde haben aber auch ein Problem mit innerer Kälte, da ihnen die wärmende Funktion des Qi fehlt.

Diese innere Kälte zeigt sich u.a. durch kalte Pfoten und die Suche nach warmen Schlafplätzen - zum Beispiel an der Heizung, vor dem Kamin oder unter Mamis Decke im Bett.

Wie bei uns die heiße Hühnerbrühe oder der wärmende Tee, kann auch ihrem Hund wärmendes Futter helfen, seine innere Kälte zu mindern und Symptome zu lindern.

Hilfreich sind hier wärmende Kräuter wie Ingwer oder Petersilie. Optimaler Weise unterstützen sie auch noch den Funktionskreis Wasser mit Olivenöl. Oder sie helfen ihrem Hund sich innerlich zu wärmen, indem sie ihm zimmerwarmes und gekochtes Futter bzw. tatsächlich eine warme Hühnerbrühe im Winter füttern.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie sie ihrem Arthrose Hund selbst helfen können?

Sie möchten auch andere Methoden der Selbsthilfe kennenlernen, statt der immer wiederkehrenden Ratschläge?

Dann ist der Arthrose-Leitfaden das richtige für sie!

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